Mit gebrauchter IT die Chance von Langzeitarbeitslosen wieder „hochfahren“

14. März 2022

Bild: Silvia Kunz, FAB-Geschäftsführerin und Michael Emele, CC4Remarketing-Geschäftstellenleiter sind begeistert vom Start der Kooperation.

 

Elektroschrott ist der am stärksten zunehmende Abfallstrom in der EU. CC4Remarketing geht daher mit dem Linzer Sozialunternehmen FAB neue Wege der Nachhaltigkeit im IT Remarketing. Die Kooperation beider Unternehmen ist mittlerweile operativ und am gemeinsamen IT-Remarketing-Standort in Linz herrscht reger Betrieb.

Künftig passiert das erneute „Hochfahren“ gebrauchter IT-Geräte auch im Linzer Hafen. Die Produktionshalle bei FAB ist mittlerweile gut gefüllt mit Computern, die sonst wohl unüberlegt auf dem Müll gelandet wären. „Für uns ist es eine Win-Win-Situation. Einerseits ist für uns die Chance, in Oberösterreich Fuß zu fassen, anderseits ist es für FAB ein neues Geschäftsfeld“, erläutert Michael Emele, CC4Remarketing-Geschäftsstellenleiter. Die „FAB-Kernmannschaft“ umfasse aktuell vier MitarbeiterInnen, die sich die IT-Geräte fachmännisch zur Brust nehmen. Emele: „Für die Arbeit selbst braucht es keine tieferen IT-Kenntnisse, da der Großteil des Prozesses softwaregesteuert läuft. Wir haben alle neuen MitarbeiterInnen bei uns in Wien intensiv eingeschult. Mit einem speziellen Programm löschen sie die Daten unwiederbringlich. Parallel dazu wird der Zustand des Gerätes bewertet - funktioniert der PC, fehlt ein Buchstabe in der Tastatur, sind Ecken abgebrochen. All diese Kriterien führen dann am Ende zu einer Gesamtbewertung des Geräts. Auch dies geschieht von unseren MitarbeiterInnen hier vor Ort, am FAB Standort in der Linzer Industriezeile.“

 

Ein Webshop mit dem Namen Onkel Klaus

Im Schnitt gehen so etwa 80 Prozent der Geräte in einen zweiten Lebenszyklus. Die Gebrauchtgeräte, die man im Webshop mit dem einprägsamen Namen „Onkel Klaus“ erwerben kann, kosten etwa 200 bis 300 Euro.

 

Benachteiligte Menschen fördern

Für CC4Remarketing bietet sich damit die Möglichkeit, mit einem zusätzlichen Standort außerhalb Wiens zu agieren. Für FAB ist die Kooperation eine weitere Möglichkeit, das oberste Gebot des Sozialunternehmens hochzuhalten: Am Arbeitsmarkt benachteiligte Menschen zu fördern und sie damit in vollem Umfang, gleichberechtigt und selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu lassen.

 

Positiv auf mehreren Ebenen

FAB-Geschäftsführerin Silvia Kunz ist von der neuen Kooperation begeistert. „Ich bin getrieben davon, dass wir für bestimmte Zielgruppen des Arbeitsmarktes neue Modelle anbieten. Vor allem wenn wir es als Gesellschaft nicht wollen, dass die, die trotz Wirtschaftswachstum keine Jobs bekommen, über Jahre in der Arbeitsmarkt-Drehtür zwischen drinnen und draußen festhängen.“
Die Arbeitsmarkt-Expertin sieht in der Zusammenarbeit mit CC4Remarketing ein entsprechend großes Ausbaupotential: „In dieser Fertigungsstraße sollen innerhalb von einem Jahr 20 bis 25 ehemalige Langzeitarbeitslose eine neue Beschäftigung finden.“ Das Projekt sei generell auf „mehreren Ebenen“ positiv. Kunz: „Es ist keine schwere, körperliche Arbeit, aber eine werthaltige Arbeit. Und es ist vom Qualifikationsniveau, nach einer bestimmten Einschulung, für alle gut machbar. Dazu kommt, dass es etwas Nachhaltiges ist.“ Aber vor allem stärke es den Selbstwert der Mitarbeiter*innen enorm: „Wieder Teil der Arbeitswelt zu sein, ist für von Arbeitslosigkeit Betroffene ungemein wichtig.“